Benötigen Regionalmuseen oder Heimathäuser unbedingt einen eigenen Social Media Kanal?
Diese Frage ist gerne Thema im Gespräch mit den zumeist ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen kleinerer Häuser. Und die Antwort darauf ist nicht so leicht.
„Höchstwahrscheinlich nicht, vielleicht aber doch“ – diese Statement trifft es für mich sehr gut.
Gelesen im Culturalplaces Blog Beitrag vom 10.12.2021
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Es macht schon Sinn diese „modernen“ Medien zu nutzen.
Man wird sichtbar in der digitalen Welt und präsentiert sich zeitgemäß. Weiters kann man
Seine Reichweite und Sichtbarkeit erhöhen.
Durch die Nutzung von Sozialen Medien können kleine Regionalmuseen und Heimathäuser ihre Reichweite erheblich steigern. Das Teilen von Fotos, Geschichten und Veranstaltungen auf den Plattformen ermöglicht es, ein breiteres Publikum zu erreichen, auch über die lokale Gemeinschaft hinaus.
Community-Engagement fördern.
Soziale Medien bieten eine direkte Möglichkeit zur Interaktion mit der Community. Durch Kommentare, Likes und Direktnachrichten können Museen und Heimathäuser direkt mit ihrem Publikum kommunizieren und Feedback erhalten. Dies fördert eine engere Bindung zur lokalen Bevölkerung und schafft eine aktive und unterstützende Gemeinschaft.
Veranstaltungen und Aktivitäten teilen.
Das Teilen von visuellem Material wie Plakaten, Vorbereitungen hinter den Kulissen und Schnappschüssen von vergangenen Events macht das Museum für die Öffentlichkeit zugänglicher und interessanter.
Geschichtenerzählung erleichtern.
Soziale Medien bieten die Möglichkeit, Geschichten zu erzählen. Museen können dies nutzen, um die Geschichte hinter ihren Artefakten, Ausstellungen und der Region selbst zu präsentieren.
Durch die Integration von Erzählungen können Museen eine tiefere Verbindung zu ihrem Publikum herstellen.
Kollaborationen und Partnerschaften aufbauen.
Soziale Medien ermöglichen Museen, sich mit anderen kulturellen Einrichtungen, lokalen Unternehmen oder Influencern zu vernetzen. Durch Kollaborationen können Museen ihre Sichtbarkeit weiter steigern und neue Zielgruppen ansprechen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Soziale Medien für kleine Regionalmuseen und Heimathäuser ein effektives Mittel sind, um ihre Geschichten zu teilen, ihre Gemeinschaft zu stärken und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen.
Die Plattformen bieten eine kostengünstige Möglichkeit, mit einem breiten Publikum in Kontakt zu treten und eine nachhaltige Unterstützung aufzubauen. Und Soziale Medien sind immer als Ergänzung zu sehen, sie werden nie ein Museumsgespräch ersetzen.
Die Betreuung von Social Media Kanälen bringt natürlich viel Arbeit mit sich. Regelmäßiges posten und Erstellung von gutem und relevanten Content sind zeitintensiv. Kommentare sowie Direktnachrichten wollen gelesen und beantwortet werden.
Recherche, Fotografie, Ideenfindung für interessante Inhalte und Analyse gehören zu den Aufgaben die Zeit beanspruchen.
ICOM – International Council of Museums – hat zum Thema Social Media einen interessanten Leitfaden veröffentlicht: DOWNLOAD LEITFADEN
Aus der Praxis
Zur Zeit betreue ich den Instagram Auftritt des Bilger-Breustedt-Hauses, einem Regionalmuseum / Künstlerhaus in Taufkirchen an der Pram. Am Anfang stand dieses „Höchstwahrscheinlich nicht, vielleicht aber doch“ und einige Fragen:
Neben der bereits bestehenden Homepage entschied ich mich für Instagram. Ausschlaggebend war, dass in erster Linie Bilder des Hauses und Werke der KünstlerInnen auf die FollowerInnen wirken sollten. So begann ich mit der Vorstellung der einzelnen Räume im Haus. Nach und nach folgten Buchvorstellungen, Termine von Veranstaltungen und Werke der Künstlerinnen.
Der Garten rund um das Haus und das Archiv bieten ebenso Möglichkeiten wie die vorbeifließende „Bilger- Pram“. Beiträge wie „Hinter den Kulissen“ oder die eigenen Ausstellungen runden mittlerweile das Angebot ab. Mit diesen Themen kann man leicht über eine lange Winterpause hinwegkommen.
Eingependelt hat sich ein 14 Tage Rhythmus – eigentlich ein Alptraum für jeden Social Media Manager oder Instagram-Experten. Hier funktioniert es sehr gut, Qualität statt Quantität. Ein sehr entschleunigter Auftritt der zum Verweilen einlädt – wie mir Rückmeldungen einiger FollowerInnen bestätigen.



