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Ich glaube daran, dass Kultur eine Sprache ist, die Menschen verbindet und Verständnis schafft.
So verbinde ich meine Expertise in der Kulturvermittlung und Sozialarbeit, um einzigartige Perspektiven und Fähigkeiten einzubringen.

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Leichte Sprache im Museum

Ein harmonisches Miteinander für alle Besucher
Leichte Sprache im Museum

Leichte Sprache im Museum

Mehr Teilhabe durch barrierefreie Kommunikation

In einem Blog schreiben Menschen über ein bestimmtes Thema.
Dieser Blog behandelt Leichte Sprache im Museum.

Ein Museum ist ein Ort, wo viele Dinge gesammelt werden.

Zum Beispiel:
• Bilder
• Figuren
• Geschirr
• Schuhe
• Saurier-Knochen

Menschen können ins Museum gehen, um sich diese Dinge anzusehen.
Menschen können ins Museum gehen, um etwas über diese Dinge zu lernen.
Viele Menschen sollen die Texte im Museum verstehen.

Leichte Sprache ist im Museum wichtig.
Leichte Sprache ist im Museum selten.

Um ein Gefühl für Leichte Sprache zu bekommen, habe ich die Einleitung barrierefrei verfasst.

In der heutigen Zeit wird Barrierefreiheit immer wichtiger, nicht nur im physischen Raum, sondern auch in der Kommunikation. Ein Bereich, der oft übersehen wird, ist die Sprache selbst.

Ich durfte am Lehrgang für Leichte Sprache unter der Leitung von Herrn Georg Wimmer in Salzburg teilnehmen. Nun möchte ich mich in diesem Blog-Beitrag mit der Idee der Leichten Sprache befassen und ihre Bedeutung für Museen und deren Besucher*innen diskutieren.

Mein Blick richtet sich auch auf die gängigen Gegenargumente.

Ein Ausstellungstext in Leichter Sprache im Salzburgmuseum, kombiniert mit Brailleschrift und kleinen Figuren zum Tasten für Mesnchen mit Sehschwierigkeiten.

Was ist Leichte Sprache?

Leichte Sprache ist eine spezielle Form der sprachlichen Vereinfachung, die darauf abzielt, komplexe Informationen leicht verständlich und zugänglich zu machen.

Sie richtet sich vor allem an Menschen mit Lernschwierigkeiten, aber auch an Personen mit geringen Deutschkenntnissen oder Leseschwierigkeiten.

Wird ein Text verfasst gibt es Regeln, wie zum Beispiel:


• Die Sätze sollen kurz sein.
• In jedem Satz soll nur eine Aussage gemacht werden.
• Der Satzbau soll einfach sein.
• KEINE Sprichwörter oder Metaphern
• KEINE Verneinungen
• Passiv vermeiden
• Konjunktiv vermeiden
• …und einige mehr

Die wichtige Rolle der Prüfgruppe in der Leichten Sprache

Die Prüfung eines Textes in Leichter Sprache muss durch eine Prüfgruppe erfolgen. Die Prüferinnen und Prüfer sind drei bis fünf Personen aus der jeweiligen Zielgruppe. Zum Beispiel Personen mit Lernschwierigkeiten oder Menschen mit nichtdeutscher Muttersprache.

Sie sind „die Expertinnen und Experten“. Sie beurteilen, ob ein Text verständlich ist oder nicht. Darum ist es wichtig den Prüfern und Prüferinnen zu vermitteln, dass sie keine Fehler machen können. Wenn Sie etwas falsch verstehen, dann ist gerade das die Information die benötigt wird, um den Text lesbar und verständlich zu machen. Der Prüfgruppe soll bewusst sein, dass Sie eine wichtige Arbeit leistet. Sie soll dies mit Freude machen und fair entlohnt werden.

Bei der Gestaltung der Texte können Bilder hilfreich sein. Die Uni Innsbruck bietet hier ein Service an. https://bidok.uibk.ac.at/leichtlesen/projekte/ll-fotos/

Beispiel aus der Ausstellung franzblumBEGEGNUNG im Bilger-Breustedt-Haus in Taufkirchen an der Pram / OÖ:

In einer Zeitung wird über die Ausstellung geschrieben.
Man sieht auch ein Foto eines Kunst-Werkes.
Das Kunst-Werk ist in unserer Ausstellung zu sehen.

Das Kunst-Werk in der holländischen Zeitung.
Das gleiche Kunst-Werk in der Ausstellung.

Ein Ausschnitt aus einer holländischer Zeitung zeigt eine Skulptur von Franz Blum.
Skulptur mit dem Namen Mädchenkopf aus Lindenholz vom Künstler Franz Blum.
Beispiel Leichte Sprache

Vorteile von Leichter Sprache im Museum:

1. Erhöhte Zugänglichkeit:

Durch die Verwendung von Leichter Sprache können Museen ihre Inhalte für ein breiteres Publikum zugänglich machen, einschließlich Menschen mit Lernschwierigkeiten, die sonst möglicherweise von einem Museumsbesuch ausgeschlossen wären.

2. Inklusion:

Die Nutzung von Leichter Sprache fördert die Inklusion und Teilhabe aller
Besucher*innen am kulturellen Leben, unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten oder
Einschränkungen.

3. Klare Kommunikation:

Leichte Sprache fördert eine klare und präzise Kommunikation, was nicht nur Menschen mit Lernschwierigkeiten zugutekommt, sondern auch anderen
Besucher*innen den Zugang zu komplexen Informationen erleichtert.

Gegenargumente und Problematik:

1. Reduktion der Inhalte:

Ein häufiges Gegenargument gegen die Verwendung Leichter Sprache ist die Befürchtung, dass komplexe Inhalte zu stark vereinfacht und somit verfälscht werden könnten. Ein Beispiel dafür könnte sein, wie eine kunsthistorische Erklärung auf das Niveau einer Grundschulerklärung heruntergebrochen wird.

2. Kuratoren-Bedingungen:

Manche Kuratoren könnten Bedenken haben, dass ihre Arbeit und Expertise durch die Anpassung an Leichte Sprache herabgewürdigt oder reduziert wird.

Ein harmonisches Nebeneinander für alle Besucher

Mir ist es wichtig zu betonen, dass die Einführung von Leichter Sprache nicht bedeutet, dass
wissenschaftliche oder anspruchsvolle Texte verschwinden. Warum können nicht beide Versionen nebeneinander existieren und den unterschiedlichen Bedürfnissen der Besucher und Besucherinnen gerecht werden?

Gerade bei großen Ausstellungen mit viel Informationen kann es hilfreich sein, zwischen Leichter Sprache für eine erste Orientierung und tiefergehenden wissenschaftlichen Texten für vertiefte Informationen zu wählen.

2016 hat das Salzburg Museum erstmals in einer Ausstellung bei den Texten Leichte Sprache verwendet. In einem Buch wird das Projekt beschrieben und die Umsetzung erklärt. Es lohnt sich, auch für Museen, hier einen Blick reinzuwerfen

Mit dem Lehrgang im Rücken habe ich das Salzburg Museum besucht. Und es gestaltet sich genau so wie ich mir das vorstelle. Ein Miteinander von Leichter Sprache, Englischer Sprache und dem regulären Ausstellungstext.

Und noch besser: Die Leichte Sprache Texte stören die Besucherinnen und Besucher nicht. Sie sehen es allesamt sehr gelassen und nutzen sie teilweise als zusätzliches Angebot. Umso weniger verstehe ich die Diskussion über Leichte Sprache, auch innerhalb der Museen. Für mich handelt es sich in erster Linie um eine notwendige Hilfestellung für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Und wenn andere Nutzer und Nutzerinnen davon profitieren, um so besser.

Ausstellungstext im Salzburg Museum in Deutsch, Englisch und Leichter Sprache kombiniert auf einer Schautafel.

FAZIT:

Trotz der genannten Gegenargumente überwiegen die Vorteile von Leichter Sprache im Museum deutlich.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Museen ihre Kommunikation so gestalten, dass sie für alle Besucherinnen und Besucher zugänglich ist, einschließlich jener mit Lernschwierigkeiten.

Natürlich ist es eine Herausforderung, einen angemessenen Mittelweg zwischen Verständlichkeit und inhaltlicher Genauigkeit zu finden. Die Nutzung von Leichter Sprache ist ein wichtiger Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft und ermöglicht Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zur Teilhabe an Bildung, Freizeit und Genuss.

Die Integration von Leichter Sprache als Ergänzung zu wissenschaftlichen Texten erweitert die Zugänglichkeit und Vielfalt der Informationen und trägt dazu bei, dass Museen für ein breiteres Publikum ansprechend sind.

Mehr zum Thema „Leichte Sprache“ finden Sie unter:
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Günther Huber

Meine Passion ist nicht die Suche nach dem nächsten großen „Ding“, sondern langfristige Projekte in Museen zu KULTivieren. Sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Programme sowie deren Inhalte, mit Achtsamkeit und Langsamkeit als Begleiter*innen.

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